Kampf dem Singstar

Peter Singer ist ein Doofkopf. Peter Singer ist ja eigentlich eine ziemlich feine Sache. Peter Singer steht für Ethik, also einen objektivierenden Emotionalismus. Dass dieser nicht funktioniert, zeigt Peter Singer selbst durch die Befürwortung von Euthanasie nach selbst erdachten Kriterien. Das ist insofern fein, als dass sich Peter Singers Ethik-Ideologie selbst entlarvt und für einen herrschaftskritischen Antispeziesismus verunmöglicht. Ich kann mich der Initiative von antispe.org, den Personenkultballast um Singer in die Tonne zu kloppen daher nur anschließen.

Schöner Leben ohne Herrschaftskritik

Der Film Earthlings ist ein Phänomen, das ich nicht verstehe. Viele Menschen aus der Tierrechtsszene feiern darauf ab, dabei steckt in dem gesamten Machwerk kein Funken Herrschaftskritik, die gesamte Wirkung zielt auf Emotionalisierung. Ein Gefühlswandel wird auch als ultimativer Ausweg beschrieben, Menschen müssten nur Empathie gegenüber anderen Erdlingen zeigen, schon gäbe es kein Herrschaftsverhältnis mehr. Mit emotionalisierenden Bildern wird auf die Tränendrüse des Betrachtenden eingeprügelt, einen Ansatz der Herrschaftskritik gibt es nicht, eine Analyse speziesistischer Wirkweisen findet nicht statt.

Dabei ist all das aus einem halbwegs kritischen Blickwinkel ziemlich einfach durchschaubar.

Differentialsperre

Die anarcho-stalinistischen Hitlerverehrer_innen vom Neuen Deutschland haben einen intelligenten, gut recherchierten Artikel, der prima zwischen Tierrechten, Antispeziesismus, Tierschutz, Tierfreundlichkeit und Antideutschen differenziert. Nicht.

Psychosekten, Nazis und Sexistisches

Unsere Lieblings-totalitäre-Weltuntergangssekte Universelles Leben hat mal wieder eine neue Tarnfirma. Die Tarnfirma wollte sich auch gleich wieder bei einer Vegetarismus- und Tierrechts-Veranstaltung einschummeln. Immerhin sind die Tierrechtsbewegten geistig noch so auf der Höhe, dass sie das mitbekommen haben.
Ob die Tierrechts-Nazis diesmal entdeckt werden steht noch in den Sternen, ein peinlicher Sexist wird jedoch mit einer Einladung hofiert.

Recht haben heißt Realität konstruieren

Eigentlich will ich mich damit nicht befassen. Eigentlich will ich dazu keine Position haben müssen. Doch die Menschen um mich herum schlagen sich gleich die Köpfe ein, und ich sehe mich gezwungen, auch etwas zu den absurden Debatten rund um den Flotten-Incident zu schreiben.

Was mich gerade am meisten stört, ist die Debatte darüber, ob das Vorgehen der IDF-Soldat_innen legal war. Als ob legale Gewalt einen Deut besser wäre als illegale Gewalt. Ich wage garnicht, darüber nachzudenken, wie Menschen überhaupt dazu kommen, sich die Frage nach der Legalität von Gewalt zu stellen. Ein Hieb mit der Eisenstange schmerzt nicht weniger, ein Schuß aus einem Gewehr ist nicht weniger tödlich durch das Prädikat Rechtlich Zulässig. Obrigkeitsdenken in Frage zu stellen ist doch nicht grundsätzlich zu viel verlangt, oder?

Noch mehr schmerzen mich die identitären Zuschreibungsmechanismen die hier in Gang gesetzt werden. Israel schießt auf die Antiisrael-Aktivisten, die Hamas schlägt Israel mit Stangen und Stühlen, merkt ihr noch was? Es sind Menschen, die da agieren, nicht ferngesteuerte Entitäten mit kollektiven Identitäten. Natürlich verhalten sich diese Menschen aus einem spezifischen Kontext heraus, haben eine ganz spezifische Überzeugung, aber das Maß an Zuschreibung und das Herbeifanatasieren von Kollektividentitäten und ferngesteuerter Handlung, das sich hier beobachten lässt, ist widerlich.

Der Höhepunkt ist jedenfalls mal wieder so banal wie nur möglich. Alle wähnen sich im Besitz der objektiven Wahrheit, wo doch die Informationslage nahezu ausschließlich auf dem basiert, was die jeweiligen Spindoktor_innen der Öffenlichkeit an Informationen vorkauen. Es ist bezeichnend, wie sich alle ein Urteil bilden, ohne irgendwelche unabhängigen und verifizierbaren Fakten zu Gesicht bekommen zu haben.

Ach wie schön wäre eine Welt, in der Menschen ihre Standpunkte aus eigenem Antrieb kritisch hinterfragen würden. Aber leider bleibt es auch weiterhin bei Facts follow Ideology